Abzocke oder "Glück gehabt"

Abzocke oder "Glück gehabt"

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Heute morgen, Termin beim AG Jülich in einer Bußgeldsache: Die Mandantin war außerhalb geschlossener Ortschaft auf einer Landstraße ein wenig zu schnell unterwegs gewesen, nämlich mit 83 anstatt der dort erlaubten 50 km/h.

Dummerweise hatte sie es auch zuvor schon mehrmals eilig gehabt, was von stationären Blitzern auf der Autobahn eifrig registriert worden war und sich nicht nur im Portemonnaie der Mandantin, sondern auch in dem nunmehrigen Bußgeldverfahren ausgewirkt hatte: Es wurde jetzt nämlich nicht nur eine saftige Geldbuße, sondern auch ein einmonatiges Fahrverbot verhängt.

In der heutigen Hauptverhandlung über den Einspruch gegen diesen bösen Bußgeldbescheid stellte der Richter bei Betrachtung der “Vorstrafen” zunächst fest, daß die Mandantin im letzten Jahr auf der Autobahn 44 am Flughafen Düsseldorf geblitzt worden war: “Die Stelle kenne ich. Das ist reine Abzocke und dient nur dazu, die Stadtkasse zu füllen. An der Stelle ist überhaupt kein Grund für Tempo 100 ersichtlich.”

Erfreulich, dies einmal so deutlich aus dem Mund eines Richters zu hören.

Da die Mandantin auch noch überzeugende Gründe anführen konnte, weshalb Sie bei dem nun verhandelten Verkehrsverstoß zu schnell unterwegs gewesen war und sie als alleinerziehende und selbständig tätige Mutter auf das Fahrzeug angewiesen sein,  wurde sie nur zu einer Geldbuße von 300 EUR verurteilt und von dem Fahrverbot abgesehen.

Schlußwort des Richters: “Sie haben großes Glück gehabt.”

Und einen weisen Richter.

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0 comments on “Abzocke oder "Glück gehabt"

  1. 5. Juni 2008 at 12:48

    Wenn nur alle Richter so viel Einsicht hätten.

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