beA im (Nicht-)Einsatz

beA im (Nicht-)Einsatz

Seit einiger Zeit ist das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) freigeschaltet und ich habe meine Empfangsbereitschaft auf dem Briefkopf und im Verzeichnis des DAV kundgetan.

Mehr ist seitdem aber auch nicht passiert – ich habe bisher noch von keinem Gericht und auch keinem Kollegen eine beA-Nachricht erhalten.

Nun rief mich vor ein paar Wochen ein Kollege der für Abmahnungen bekannten Kanzlei Waldorf Frommer an. Er habe 94 Akten mit mir auf der Gegenseite “geerbt” und würde die gerne alle ohne gerichtliches Verfahren erledigen. Er wolle in allen Verfahren einen Vergleichsvorschlag “an der Schmerzgrenze” unterbreiten. Seitdem erhalte ich täglich mehrere Fax-Schreiben von Waldorf Frommer, die ich dann nach Rücksprache mit meinen Mandanten entweder beantworte oder ignoriere. Das wäre nun eigentlich eine gute Gelegenheit, das beA einzusetzen um Fax- und Portokosten zu sparen. Nun kann man zwar jeden im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis aufgeführten Anwalt bereits über beA anschreiben. Eine Garantie, dass der Adressat die an ihn gerichtete Nachricht aber auch zeitnah liest, gibt es nicht. Denn es gibt derzeit noch keine Pflicht, das beA zu nutzen. Das Postfach ist zwar für alle Anwälte bereits empfangsbereit. Der Adressat bekommt von eingehenden Nachrichten aber gar nichts mit, wenn er den Zugang zu seinem Postfach noch nicht eingerichtet hat. Deshalb muss der Postfachinhaber Zustellungen über das beA gegenwärtig auch erst mit seinem Einverständnis gegen sich gelten lassen.

Ich habe nun heute bei Waldorf Frommer angerufen um mich zu erkundigen, ob das beA dort schon eingesetzt wird. Das konnte mir aber niemand sagen und der Kollege, der sich als mein Ansprechpartner dort vorgestellt hat, ist bis Mitte der Woche in Urlaub. Nun habe ich ihm einfach einmal eine Nachricht über beA geschickt und bin gespannt, ob und wann mich eine Antwort erreicht.

Bei den Abmahnkollegen von rka, von denen ich aktuell auch relativ viel Post erhalte, arbeitet man nach telefonischer Auskunft noch an der Einrichtung des beA. Gegenwärtig soll ich aber diesen Kommunikationsweg noch nicht nutzen – also bleibt es hier auch erst einmal bei Fax und E-Mail.

Wie es bei anderen Abmahnkanzleien mit der Nutzung von beA aussieht, ist mir nicht bekannt. Für sachdienliche Hinweise in den Kommentaren wäre ich daher dankbar.

beA im (Nicht-)Einsatz was last modified: Juli 7th, 2018 by Schwartmann
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