beA im Praxistest

beA im Praxistest

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Seit geraumer Zeit gibt es für uns Anwälte das “besondere elektronische Anwaltspostfach” (kurz: beA), also eine Art E-Mail-System zur Kommunikation mit den Gerichten, Staatsanwaltschaften und natürlich anderen Anwälten. Die Idee dahinter ist natürlich die Vereinfachung und Beschleunigung der Korrespondenz. Wenn es denn so einfach wäre …

Dienstag: Ich schreibe einen gegnerischen Kollegen per beA an, frage ihn im Auftrag meines Mandanten nach einer Kontonummer für eine Vergleichszahlung und bitte um Einräumung der Möglichkeit zur Ratenzahlung.

Mittwoch: Ich erhalte ein Fax des gegnerischen Kollegen, in dem dieser die ausstehende Zahlung anmahnt. Keine Kontonummer, keine Ratenzahlung.

Ich rufe dort an, verweise auf meine beA-Nachricht und warum darauf nicht eingegangen wird.

Rechtsanwaltsfachangestellte am Telefon: “Ja, die beA-Nachricht liegt hier ausgedruckt. Die habe ich dem Anwalt aber noch nicht vorgelegt.”

Es gibt also offenbar Kanzleien, in denen eingehende beA-Nachrichten dem Anwalt ausgedruckt vorgelegt werden. Und das dauert dann wohl schon mal einen Tag.

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß diese Vorgehensweise nicht so ganz mit Sinn und Zweck des elektronischen Rechtsverkehrs einhergeht.

beA im Praxistest was last modified: September 24th, 2020 by raschwartmann

Überraschwartmann

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann, Köln

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