Bitte keine Einschreiben!

Bitte keine Einschreiben!

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Als ich am Montag aus dem Weihnachts-Jahreswechsel-Urlaub zurückkehrte, begrüßte mich im Posteingang der bekannte gelbe Zettel der deutschen Post, mit dem mir mitgeteilt wurde, dass seit dem 30.12. ein Einschreiben mit Rückschein für mich auf Abholung wartete.

Als ob ich nach einer Woche Abwesenheit nun nichts Besseres zu tun hätte,als mich bei der zuständigen Filiale der Schneckenpost in die Schlange zu stellen. Zumal diese auch nicht gerade um die Ecke liegt, sondern mal eben 5 Kilometer weiter in einem andere Stadtteil, der natürlich auch nicht auf meinem Heimweg liegt:

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Im nachmittäglichen Verkehr braucht man für die Strecke gut und gerne 20 Minuten – mit Parkplatzsuche.

Aus den geschilderten Gründen hasse ich Einschreiben. Der Postbote kommt nämlich grundsätzlich immer dann, wenn ich im Urlaub bin, Wochenende ist oder ich gerade bei Gericht bin. Und dann muss ich grundsätzlich immer persönlich zu der auf dem Bild ersichtlichen Postfiliale. Und das kostet in der Regel mindestens eine Dreiviertelstunde, in der ich nicht arbeiten kann, sondern stupide im Kölner Stadtverkehr fahre und bei der Post in der Schlange stehe und mich frage, weshalb die Leute eigentlich kein Konto bei einer richtigen Bank eröffnen und sich stattdessen ihr Geld bei der Post abholen.

Also musste das Einschreiben zunächst weiter warten. Der Montag war mit aufgelaufener Eingangspost und einer umfangreichen Fristsache völlig zu, der Dienstag voller Termine und Telefonate.

Gestern habe ich dann das Büro früher verlassen, um das Einschreiben noch vor Geschäftsschluss bei der Post abzuholen. Und was war es? Ein Mahnbescheid des AG Wedding für die Koch Media GmbH im Auftrag der Kanzlei rka. Und der Auftrag des Mandanten, dagegen in seinem Namen Widerspruch einzulegen.

Der Mandant hat Glück, dass die Frist für den Widerspruch noch nicht abgelaufen ist. Wenn ich das Einschreiben erst am Freitag abgeholt hätte, wäre es zu spät gewesen. Deshalb nehme ich das zum Anlass an dieser Stelle eindringlich darauf hinzuweisen:

Bitte senden Sie mir NIE EIN EINSCHREIBEN. Erst recht nicht, wenn es sich um eine Fristsache handelt. Und ganz besonders nicht, wenn es sich um eine Fristsache handelt und Sie damit rechnen müssen, dass ich in Urlaub bin. Zum Beispiel weil gerade Weihnachten war.

Senden Sie mir stattdessen bitte einfach die zeitkritischen Unterlagen per E-Mail oder Fax. Oder wenn es sein muss mit normaler Briefpost. Aber Einschreiben sind immer eine sehr schlechte Idee.

Bitte keine Einschreiben! was last modified: Januar 5th, 2017 by Schwartmann

2 comments on “Bitte keine Einschreiben!

  1. 5. Januar 2017 um 19:41

    Alles halb so wild. Sie können trotz “Fristablaufs” Widerspruch einlegen, bis der Vollstreckungsbescheid verfügt worden ist (§ 694 I ZPO). Und das geschieht NIE schon am Tag nach Fristablauf, meist ganz deutlich später.

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