Die erste Beratung beim Anwalt ist immer umsonst

Die erste Beratung beim Anwalt ist immer umsonst

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“Die erste Beratung beim Anwalt ist doch immer umsonst.”

Diesen Satz höre und lese ich mittlerweile sehr häufig. Er beruht offenbar auf einem weit verbreiteten Missverständnis. “Umsonst” kann eine Beratung natürlich sein, wenn der Mandant dem anwaltlichen Rat nicht folgt und es besser weiß. Dann hat sich der Anwalt möglicherweise “umsonst” bemüht. Aber sicherlich nicht kostenlos. Denn selbstverständlich hat eine anwaltliche Beratung ihren Preis. Niemand würde auf die Idee kommen, beim Bäcker davon auszugehen, dass das erste Brötchen “umsonst ist”. Oder beim Friseur einen kostenlosen ersten Haarschnitt einzufordern. Oder dem Köbes weismachen zu wollen, dass das erste Kölsch doch sicher “aufs Haus” geht. Warum setzt man dann dergleichen beim Anwalt voraus?

Woher stammt diese Idee?

In einer Facebook-Gruppe stieß ich auf folgende Erklärung: “Die Idee stammt daher, dass einige Rechtschutzversicherungen die erste Beratung übernehmen .”

Das bedeutet dann aber nichts anderes, als dass diese Rechtsschutzversicherungen eine erste Beratung voll bezahlen und den Versicherungsnehmer nicht auf seinen oft vereinbarten Eigenanteil verweisen. Dann bekommt der Anwalt also sein Geld von der Versicherung des Mandanten. Gratis ist die Beratung damit natürlich nicht – die Rechtsschutzversicherung tritt lediglich für den Mandanten ein.

Wissen ist Kapital – und Haftung teuer

Ein Anwalt verdient sein Geld damit, indem er sein teuer erworbenes Wissen anwendet. Sei es in Form einer Beratung, sei es im Rahmen einer Interessenvertretung. Warum sollte er dieses Kapital verschenken? Ja, es gibt Anwälte, die einen Rechtsrat erteilen, ohne dafür eine Rechnung zu schreiben. Das ist dann vom Einzelfall abhängig, vom Umfang der Rechtsfrage – und natürlich auch von dem damit verbundenen Haftungsrisiko. Anwälte haften nämlich für eine erteilte Auskunft. Sie ist verbindlich und der Fragesteller muss sich darauf verlassen können.

Ist eine Antwort falsch, kann dies für den Mandanten einen hohen finanziellen Schaden nach sich ziehen. Dann haftet der Anwalt und für solche Regresse hat er eine Berufshaftpflichtversicherung. Die es übrigens auch nicht für einen Appel und ein Ei gibt.

Wenn Sie also das nächste Mal einen Anwalt aufsuchen, weil Sie eine Beratung benötigen, verstehen Sie nun sicherlich, weshalb diese Beratung zwar “umsonst” sein kann – aber nicht kostenlos.

Erstberatung: Einfach fragen!

Übrigens: Die Kosten für die Erstberatung eines Verbrauchers sind gesetzlich auf 190,- EUR + Mehrwertsteuer (und ggf. Auslagen) beschränkt. Kommt es zu einer Mandatierung, die eine Vertretung nach außen hin zum Inhalt hat – schreibt der Anwalt also dem Gegner einen Brief – werden die Kosten der Beratung vollständig auf die weiter anfallenden Kosten angerechnet, sofern nichts Abweichendes vereinbart wird.

Wenn Sie wissen möchten, was Sie eine Erstberatung in Ihrem Fall konkret kostet, fragen Sie mich doch bitte einfach vorher danach. Ich erläutere Ihnen die Kosten vor einer Beratung gerne – und Sie können dann entscheiden, ob Ihnen meine Beratung diesen Preis wert ist.

 

Die erste Beratung beim Anwalt ist immer umsonst was last modified: Juni 13th, 2018 by Schwartmann

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