Notizen für die Ewigkeit

Notizen für die Ewigkeit

2 Kommentare

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich übermäßig viele Notizen machen. In der Regel verlasse ich mich auf mein Gedächtnis. Aber im Leben eines Anwaltes gibt es Situationen, in denen es sich empfiehlt, mitzuschreiben und das Gesagte zu protokollieren. Sei es vor Gericht, sei es bei einer Besprechung mit dem Mandanten. Häufig kommt es dann vor, dass man die Notiz im Nachhinein suchen muss. Wo hatte ich die denn nochmal hingelegt? Das ist dann sehr ärgerlich und peinlich, wenn man Informationen noch einmal telefonisch einholen muss, weil die Notiz nicht mehr auffindbar ist. Außendarstellung mangelhaft. Zudem: Überflüssige Mehrarbeit.

Deshalb bin ich hellhörig geworden, als ein befreundeter Kollege auf Facebook begeistert von einem System berichtete, dass Notizen digitalisiert und die Speicherung als PDF sowie den Export zu Evernote und Dropbox erlaubt. Auch Heise hatte vor einiger Zeit bereits darüber berichtet. Neugierig geworden, habe ich mir den Bamboo Spark selbst bestellt und kann nun berichten, dass er künftig meinen Arbeitsalltag erleichtern wird.

Geliefert wird dabei ein sogenannter Smart Folio mit Tablet Tasche und DIN A 5 Block. Mit dem Folio schreibt man seine Notiz auf dem mitgelieferten Papier. Über einen Digitizer und mittels Bluetooth wird das Geschriebene dann an das vorher gekoppelte Smartphone oder Tablet übertragen. Dort kann die handschriftliche Notiz dann weiterverarbeitet werden, etwa als PDF gespeichert und z.B. an Evernote oder in die Dropbox geschickt werden. Es ist somit also sehr einfach möglich, eine Aktennotiz als PDF zur E-Akte zu nehmen. Auch Texterkennung soll über die Cloud des Herstellers möglich sein, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

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Die Einrichtung gestaltete sich etwas haarig, da keine vernünftige Anleitung dabei lag. So ist es mir zunächst nicht gelungen, dass Bamboo Spark mit meinem Smartphone zu koppeln, weil ich das Gerät nicht einschalten konnte: Der Ein/Aus-Schalter ist gut versteckt und nicht auf Anhieb erkennbar. Aber nachdem ich diese Hürde bezwungen hatte, ging der Rest ganz einfach: Bamboo Spark einschalten, App auf Smartphone installieren (Android und iOS verfügbar), über die App die Geräte miteinander verbinden – und das war es schon. Künftig wird jede Zeile, die ich (bei eingeschaltetem Bamboo Spark) auf dem Notizblock schreibe, mit der Handy-App synchronisiert und landet in der Cloud. Dabei kann man übrigens jedes handelsübliche Papier nehmen. Ob kariert oder blank ist dem Bamboo Spark dabei egal.

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Das ist aber auch die einzige Schwachstelle des Systems: Die Notizen landen in der Cloud des Herstellers Wacom. Wenn man als Anwalt die Anforderungen des § 11 BDSG also genau nimmt, sollte man darauf achten, keine personenbezogenen Daten zu notieren, die Rückschlüsse auf ein konkretes Mandat zulassen. In der Regel muss man das aber nicht. Aus meinen Notizen wird eh niemand außer mir schlau.

Nicht nur für Anwälte kann ich eine glatte Empfehlung aussprechen.

Notizen für die Ewigkeit was last modified: Januar 6th, 2017 by Schwartmann

2 comments on “Notizen für die Ewigkeit

  1. 6. Januar 2017 um 20:29

    Es geht aber auch viel billiger:
    Von Microsoft gibts ein Progrämmchen namens OfficeLens (funktioniert nicht nur aber besonders gut mit LUMIA-Handy, ist aber auch für iOS und Android verfügbar), mit dem man die Papiernotizen einfach abfotografiert, das Progrämmchen rückt selbst die Vorlage noch gerade, und dann kann mans als pdf wegspeichern.

    Vorher Paginierstempel drauf und man kann die Notizen sogaar in einer Datenbank verwalten (und sicherlich auch einer elektronischen Akte zufügen).

  2. 6. Januar 2017 um 21:51

    Kenne ich, aber der Digitizer erspart das Abfotografieren. Ist natürlich reiner Luxus.

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