Wer kokst, der läuft

Wer kokst, der läuft

Gestern legte mir ein aufgeregter Mandant einen Bußgeldbescheid vor, nach dem er ca. 190 EUR zahlen sollte, außerdem ein Fahrverbot von 1 Monat bekam und 2 Punkte in Flensburg. Der Bußgeldbescheid datierte vom 02.12.2016.

“Was kann ich denn dagegen machen?””

– Kommt drauf an. Wann haben Sie den denn bekommen?

“Ist schon was her, so Anfang Dezember. Ich hab da immer mal angerufen, aber da ist nie jemand rangegangen.”

Ich hab dem Mann dann erklärt, dass er gegen den Bußgeldbescheid innerhalb von 14 Tage Einspruch hätte eingelegen müssen. Da er das versäumt hat, ist der Bescheid jetzt bestandskräftig.

Darauf zog er ein weiteres Schreiben aus der Tasche, mit dem die Führerscheinbehörde ihm ankündigte, ihm die Fahrerlaubnis entziehen zu wollen, weil er unter Drogeneinfluss Auto gefahren ist. Bei einer Blutprobe wurden u.a. THC und Kokain im Blut nachgewiesen, was er auch nicht bestritt.

Ich habe ihm empfohlen, der Entziehung der Fahrerlaubnis durch freiwillige Abgabe der Fahrerlaubnis zuvorzukommen, um wenigstens etwas Geld zu sparen. Wer bereits einmalig beim Konsum von Kokain erwischt wird, verliert seine Fahrerlaubnis. Was ich auch richtig finde, denn ich möchte auch nicht, dass mein Sohn auf der Straße von einem Fahrer unter Drogen umgenietet wird.

Erkenntnis des Tages: Nach einem Bußgeldbescheid muss der Betroffene schriftlich innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen, wenn er den Bescheid nicht akzeptiert. “Mal anrufen” reicht nicht. Und: Wer kokst, verliert seinen Führerschein, wenn er erwischt wird. Auch wenn er gerade nicht Auto fährt.

Wer kokst, der läuft was last modified: Januar 4th, 2017 by Schwartmann

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